Milda

5-Kanal-Video, 4:18 min, Soundinstallation, 2013
Bergen Assembly, Monday begins on Saturday, Bergen 2013
Körnelia – Goldrausch 2013, Galerie im Körnerpark, Berlin 2013
Re:visited, Latvian Center for Contemporary Art, Riga 2014
Realized with the support of Bergen Assembly

In meiner Untersuchung von staatlicher, privatwirtschaftlicher und persönlicher Reproduktionspolitik habe ich sieben Frauen gebeten, sich performativ in Beziehung zu der Hauptfigur Milda aus Sergej Tretjakows Theaterstück "Ich will ein Kind haben" (Sowjetunion 1926) zu setzen. Die performative Recherche führte in einer intensiven Probenarbeit mit den Expertinnen zu fünf ungeschnittenen Videosequenzen, auf denen alle Frauen in dem selben futuristischen Anzug/Blaumann agieren. Die Videos werden begleitet von dramatisierten Fragmenten aus Interviews, die als Teil der Probenarbeit geführt wurden, und die auf der Rückseite der Monitore zu hören sind.
So fern der Futurismus der sowjetischen Avantgarde heute scheint, seine Vision einer autonomen Frau, die die Erziehung der Kinder einem größeren Kollektiv überträgt, ist auch im Postfordismus noch attraktiv.

In my exploration of reproductive politics and how they play out on a personal levelI, I asked seven women – all experts in the field of reproduction – to relate to Milda, the main character of Sergei Tretyakov's play "I want a baby" (USSR, 1926) by rehearsing scenes and biomechanical gestures. This intense performative research process led to five uncut sequences where five women perform in the same blue dress, addressing and questioning the past future of the avant-garde. The video work is accompanied by audio files with dramatized monologues and dialogues which part from the rehearsal interviews.
As impossible as the reproductive futurism of the Soviet avant-garde might seem, its vision of an autonomous woman delegating the function of childcare to the larger collective still seems strangely salient, even in a very different age of post-Fordist reproduction and its neoliberal dreams.

Performers: Bini Adamczak, author; Irene Mattioli, theater director; Felicita Reuschling, author and curator; Anna Schmidt, actress; Susanne Schultz, political scientist and activist at Gen-ethisches Netzwerk.

Tretjakow Szenen 1 bis 5  Tretyakov Scenes 1 to 5
Probengespräch  Rehearsal Conversation
Szene 3  Scene 3

Video #1 #2

Searching for the Universal Umbrella

common spring collective
Lecture Performance, 20 min.
Truth is concrete/steirischer herbst, Graz 2012



Prolog für ein utopisches Theaterstück
A Script for a Prologue of an Utopian Play

sale / Ich will ein Kind haben

Eine Produktion zu Reproduktion und Kinderwunsch von Lubricat in Kollaboration mit Konstanze Schmitt
Performance, 55 min., Vierte Welt, Berlin 2011/2012

Die Stückentwicklung sale beschäftigt sich mit dem individuellen Kinderwunsch und seiner Befriedigung in einer globalisierten Welt: Fertigung und Vertrieb von Kindern als Ware. Künstliche Befruchtungen in Spanien, Eispenden aus den USA, Leihmütter aus Indien und Adoptionen aus Rumänien sind Stationen auf dem (neo)liberalen Weg zum „eigenen“ Kind. Aus der Recherche zu diesem Thema ist ein Text entstanden über die Möglichkeiten und Grenzen künstlicher Fortpflanzung, über unsere Begierden im globalen Strom der Waren und des Kapitals.

In SergejTretjakows Stück Ich will ein Kind haben (Sowjetunion 1926) probiert die Kulturfunktionärin Milda eine Gleichsetzung von Produktion und Reproduktion. Zur Erfüllung ihres Kinderwunsches benötigt sie einen „Produzenten“, den sie nach genetischen und klassenkämpferischen Gesichtspunkten aussucht. Milda vereint in sich ein subjektives und ein gesellschaftliches Begehren: Die Geburt des neuen Menschen.

Die Montage von Ich will ein Kind haben und sale setzt zwei gegensätzliche Konzepte von Kinderwunsch in ein Verhältnis. Adoption, Kinderproduktion, Neuer Mensch, In-Vitro-Fertilisation – das Kind erscheint als frei (ver-)handelbares Objekt im Raum der Ideologie, der Technik und Wissenschaft, des Konsums und der symbolischen Macht.

sale | Regie: Dirk Cieslak I von und mit Mariel Jana Supka
Ich will ein Kind haben | Regie: Konstanze Schmitt | von Sergej Tretjakow mit Antje Widdra
Raum: Olf Kreisel | Kostüm: Anika Schmitz | Video: Ana Ticak | Dramaturgie: Annett Hardegen

Programmheft
Video
Presse

 

Treffen sich zwei alte Kommunisten

Ein künstlerisches Forschunsgprojekt zu Utopie
Performance, 70 min., Vierte Welt, Berlin 2011
 

Zwei alte Kommunisten sitzen in ihren Wohnungen. Sie in einem Plattenbau an der Berliner Karl-Marx-Allee. Er in seinem Eigenheim am Rand einer westdeutschen Industriestadt. Ihre gegensätzlichen Biographien, Erfahrungen und Ansichten von Utopien und Ideologien sind der Ausgangspunkt für unsere Auseinandersetzung mit dem Kommunismus. Von heute bewegt sich die Performance in die Vergangenheit von Utopien und ihr multiples Scheitern. Ins Abseits überholter Diskurse. Aber auch hin zu einer "Rekonstruktion der Zukunft" (Adamczak) – oder einem "Try again, fail better" (Beckett/Zizek).

Performance: Anna Schmidt und Martin Clausen
Bühne & Kostüm: Philine Rinnert
Architekt: Robert Burghardt
Bild & Ton: Minze Tummescheit und Arne Hector
Assistenz: Lisa Bor
Idee & Realisierung: Konstanze Schmitt

Programmheft
Video
Presse
 

Triumph der Hausarbeiterinnen

Performance und Installation
mit Stephan Dillemuth und Territorio Doméstico
Madrid, Berlin, La Paz, 2009-2011

Installation View Museo Reina Sofía, Madrid


Am 28. März 2010 demonstrierten Domestic Worker im Zentrum Madrids für Arbeits- und Aufenthaltsrechte. Die Frauen von "Territorio Doméstico", einer Plattform aus organisierten Domestic Workern, Einzelpersonen und Aktivistinnen, rollten diesen Wagen durch die Straßen. Er war Bühnenbild für mehrere Szenen einer Agit-Prop-Performance, die im Rahmen der Demonstration aufgeführt wurde: "Latifas Geschichte", "Sans Papiers in Europe" und "Verhaftet" – Szenen, in denen Domestic Worker von Unterdrückung und Widerstand in ihrem Alltag berichten. Die Installation war Teil der Ausstellung Das Potosí-Prinzip, die in Madrid (Museum Reina Sofía), Berlin (Haus der Kulturen der Welt) und La Paz (Museo Nacional de Arte) gezeigt wurde.
Text / Fotos
Interview
Video

Triumph of the Domestic Workers
On March 28, 2010, domestic workers demonstrated in downtown Madrid for labor rights and rights of residence. The women of Territorio Doméstico, a platform of organized domestic workers, individuals, and activists, wheeled this wagon through the streets. It was a stage set for several scenes of an agitprop performance staged within the frame of the demonstration: “Latifa’s Story,” “Sans Papiers in Europe,” and “Arrested”—scenes in which domestic workers give an account of oppression and resistance in their daily lives. The installation was part oft the exhibition The Potosí Principle which was shown in Madrid (Reina Sofía Museum), Berlin (Haus der Kulturen der Welt) and La Paz (Museo Nacional de Arte).
Text / fotos
Interview
 

Triunfo de las Domésticas Activas
El 28 de marzo de 2010 tuvo lugar en el centro de Madrid una manifestación de empleadas domésticas con el objetivo de reivindicar sus derechos laborales y de residencia. Las mujeres de "Territorio Doméstico", una plataforma de organizaciones de empleadas domésticas, acompañadas de personas independientes y activistas, llevaron este cuadro sobre ruedas por las calles. El cuadro sirvió de decorado para varias escenas de una performance agit prop que formaba parte de la manifestación - "La historia de Latifa", "Europa, sin papeles" y "Detenida"- y en las que las trabajadoras domésticas hablaron de opresión y resistencia en sus vidas diarias. La instalación fue parte de la exposición El Principio Potosí que se exhibió en Madrid (Museo Reina Sofía), Berlín (Haus der Kulturen der Welt) y La Paz (Museo Nacional de Arte).
Fotos
Entrevista
Video

Día de la Hispanidad

Fotografien/photographs, 2009

Das Potosí-Prinzip/The Potosí Principle
Museo Reina Sofía, Madrid; Haus der Kulturen der Welt, Berlin; Museo Nacional de Arte, La Paz, 2010-2011

Die Fotografien sind am Spanischen Nationalfeiertag aufgenommen worden. Es ist der 12. Oktober, der Jahrestag der „Entdeckung“ Lateinamerikas. An diesem Tag findet im Zentrum Madrids eine Militärparade statt, die die Kontinuität des ehemaligen Imperiums und der ehemaligen Kolonialmacht demonstriert.

The photographs have been taken on Spain's National holiday. It is the 12th of october, the anniversary of the "discovery" of America. In Madrid, this is celebrated every year with a big military parade, demonstrating the continuity of the former colonial power and empire.

Jet Set Sans Papiers

Theaterprojekt zum Thema Migration
Lex & Schmitt
TiG7, Mannheim, 2009/2010


In Rick's Café Americain/dem Hotel Sahara kreuzen sich die Migrationsrouten vergangener Jahrhunderte mit denen von heute. Die Kneipe des Auswanderungshafens und der Wartesaal nach Europa. Basierend auf Dokumenten und Literatur zum Thema Migration fragt dieser Theaterabend unter anderem: Wer geht weg und warum? Welche Grenzen sind wir bereit zu überschreiten? Zu welchen Bedingungen? Warum lässt sich niemand abbringen von der Suche nach einem guten Leben? Warum ist die Ferne attraktiv, aber das Fremde bedrohlich? Mannheimer Geschichten werden in die globalisierte Umlaufbahn katapultiert. Und umgekehrt. Dazu spielt Sam As time goes bye ...
Programmheft
Video #1 #2 #3 #4 #5

Schillerspielplatz

Interaktive Performance zu Schillers Theorie und Praxis
Lex & Schmitt
Im Rahmen der 15. Internationalen Schillertage, Mannheim, 2009
 

"Im Bezirk der Glückseligkeit darf Form sein und darf der Spieltrieb gebieten." Auf dem SCHILLERSPIELPLATZ pokern Tell, Stuart, Moor und Schiller mit Begriffen wie Kunst, Spiel, Schönheit und Nutzen. Sie nehmen die Zuschauer_innen mit durch die wunderbaren Windungen des Hirns von Friedrich S. Der Weg führt über verschiedene Spielfelder und Aufgaben. Wer sich nicht abzocken lässt, gewinnt die Freiheit. Aber funktioniert das eigentlich, was Schiller behauptet: Durch das Spiel zur Freiheit gelangen? Ziehen Sie die erste Karte und gehen Sie über LOS.

Mit Florian Loycke, Bernhard Wadle-Rohe, Maike Lex, Konstanze Schmitt


Spiel (pdf)
 

 

Dar a Cara

24 Analogfotografien, Texte auf Papier, Metallkabel
24 analogue photographs, texts on paper, metal cord
Dar a cara, Forum Metropolitano, A Coruña/Spanien 2008
Vom Sinn der Arbeit, Kunstladen, Mannheim 2009
 

Dar a cara bedeutet Gesicht zeigen, Zähne zeigen, aber auch: den Kopf hinhalten. Die Ausstellung zeigt Fotografien von Frauen, die als Angestellte im Dienstleistungsbereich arbeiten – auf der Arbeit und anderswo. Was bedeutet überhaupt Arbeit, was bedeutet Dienstleistung? Ist das ein typischer Frauensektor? Macht es einen Unterschied, als Frau oder als Mann zu arbeiten? Und hört die Dienstleistung auf, wenn Feierabend ist? Diesen und anderen Fragen bin ich in Gesprächen mit den 12 porträtierten Frauen nachgegangen.

Dar a cara means to show teeth, but also to take the rap/blame. The exhibition shows women who work in the service sector - in their working places and elsewhere. What means labour (work), what means service? Is this a feminized sector? Does it make a difference to work as a man or a woman? And does service end when you finish your shift? I investigated these and other questions in talks with the 12 portrayed women.

Hamlet.Projekt.

Lex & Schmitt
TiG7, Mannheim, 2008

Hamlet ist kein Subjekt, sondern eine Generation. Polonius ist kein Subjekt, sondern eine Funktion. Claudius ist kein Subjekt, sondern eine Ideologie. Gertrud ist autoritär. Und Ophelia gibt hier bestimmt nicht das Opfer ... Mitwirkende sind Schauspieler:innen des TiG7-Ensembles, Nachbarinnen, Freunde und Zufallsbekanntschaften. In der mobilen Performance verknüpft sich Hamlet mit alltäglichen Orten, konkreten Personen, intimen und politischen Geschichten. Er wird ins Kreuzverhör genommen, auf die Couch gelegt und geklont.

Mehrmals unterbrochenes Gespräch am 17.09.08 im TiG7
Programmheft
Video #1  #2  #3  #4  #5  #6

Revolutionärinnen des Alltags

Partizipatives Kunstprojekt mit Frauen im ehemaligen Schlachthofviertel in Ludwigshafen/Rhein
Lex & Schmitt
2007


Was ist eine Revolution? Mit was beginnt eine Revolution? (Wie) Geht sie weiter? Was ist/wäre deine Revolution? Welche Frau/en ist/sind für dich Revolutionärin/nen? Warum? Hast du schon etwas Revolutionäres erlebt? Machst du selbst etwas Revolutionäres oder hast du schon etwas Revolutionäres gemacht? - Mit dieser Umfrage begann die Arbeit an dem Projekt, dessen Protagonistinnen die Bewohnerinnen des Stadtviertels und dessen Bühnen Kiosk, Solarium, Hinterhof und die Straße sind.
Video #1  #2  #3

Fotografien



In Berlin-Prenzlauer Berg ist in den letzten 10 Jahren ein Großteil der Altbauten saniert worden. Damit einher ging und geht ein Prozess, der als Gentrifizierung bezeichnet wird, und in dessen Verlauf Menschen mit weniger Geld den Bezirk verlassen und sich eine relativ homogene (Mittel-)Schicht ansiedelt. Die Homogenisierung spiegelt sich in den „gleich-sanierten“ Häusern wieder, die im krassen Gegensatz zur Unterschiedlichkeit der unsanierten Gebäude stehen. In der Straße, in der ich wohne, gibt es noch ein unsaniertes Haus, die Nr. 4. Den Bewohnern dieses Hauses wurde im Laufe des letzten Jahres gekündigt; nun steht es leer und wartet auf seine Gewinn bringende Sanierung. Ich habe die leer stehenden Wohnungen fotografiert. Die verlassenen Räume sind individuell gestaltet, bis hin zur Veränderung der Architektur. Persönliche Gegenstände – Fotos, Zeitschriften, Briefe, Seifen, Töpfe, Möbel etc. – sind von den Bewohnern in dem Wissen zurück gelassen worden, dass dieses Haus von niemandem mehr so bewohnt werden wird, wie sie es getan haben. (Text von 2005)

Zollhof Vier

Meine Akademie

Archive des Stadtviertelapparats